Zaubereiministerium

Am vergangenen Abend wurde ein Antrag von mehreren Familienmitgliedern und Unterstützern der Petition „ Freilassung der Versteinerten“ vom Gerichtshof abgelehnt. Mehrere Tausend Zauberer setzten sich dafür ein, dass die Statuen zu ihren Familien nach Hause geliefert werden. Zaubereiminister Kingsley Shacklebolt, dessen Sohn Adalgis nun seit knapp einem Jahr als Staubfänger in der großen Halle steht, unterstützte den Antrag. Leider brachte dieser prominente Rückhalt nichts.

Wir befragten in aller Merlinsfrühe die amtierende Schulrätin Faralda Superbia Zabini, ehemalige Schülersprecherin von Hogwarts (2007 – 2009), zur aktuellen Lage im Zauberschloss.

MMM: Wir hörten, Sie können den weiteren Schulablauf vergewissern. Wie, bitte schön, wenn die Hälfte der Lehrerschaft und Verantwortungsträger versteinert in der großen Halle steht?“

FSZ: Nun ja, es gibt so etwas wie Stellenausschreibungen und das Zauberschloss hat durch dieses kleine Missgeschick nicht an seiner positiven Reputation eingebüßt. Wir konnten einige Stellen neu besetzen. Auch die Anmeldungen sind überraschender Weise nur minimal zurückgegangen.

MMM: Der Platz in der Großen Halle ist ja besetzt. Was tun Sie mit den Statuen?

FSZ: Mr. Filch konnte mir versichern, dass es unten im Kerker eine geräumige Kammer gibt, wo sich alle Figuren unterbringen lassen. Natürlich ist uns bewusst, dass es mittlerweile eine Art Volkssport geworden ist, hierher zu pilgern, um die Versteinerten zu besichtigen. Wir können hiermit versichern, dass die Pilgerschar weiterhin Zugang zu den Statuen haben wird. Mr. Filch wird den Eintrittspreis ein wenig erhöhen müssen, da die zusätzlich anfallenden Reinigungskosten gedeckt werden müssen.

MMM: Was ist mit der Schulleitung? Können Sie diese Posten absichern?

FSZ: Wahrscheinlich werden wir die Häuser zusammenlegen müssen, um Hauslehrerposten zu sparen. Aber das ist unser geringstes Problem. Wichtiger ist es, für jede Schülerin und jeden Schüler den Weg zu einem guten Abschluss zu gewährleisten. Bildung ist das höchste Gut.

MMM: Was halten Sie persönlich von der Entscheidung des Gerichtshofes? Haben die Angehörigen nicht ein Recht auf ihre Liebsten?

FSZ: Mein erster Gedanke war pure, leidenschaftliche Empörung. Doch wenn ich genauer darüber nachdenke, kann ich den Entschluss durchaus verstehen. Der Zauber wurde in der Großen Halle ausgeführt und um diesen mächtigen Fluch rückgängig zu machen, sollten möglichst alle Betroffenen dort bleiben, wo sie zum Zeitpunkt der Versteinerung waren. Ich weiß, die Räumung der Großen Halle ist widersprüchlich, doch der Weg von der Halle zur Kammer ist nicht allzu weit. Soweit ich weiß, dürfen die Trauernden die Statuen zu Geburtstagen und Weihnachten mit nach Hause nehmen. Natürlich nur, wenn sie die notwendigen Anträge dafür stellen.

MMM: Vielen Dank für das Interview und wir wünschen Ihnen noch einen schönen Tag.

Veröffentlichung Miss Klunker

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