Ich war mit Prof. Salamander unterwegs zur Insel Skye. Er zeigt sich von seiner charmantesten und witzigsten Seite, was die Hinreise ziemlich kürzte und auflockerte.

Lucuis MalfoyIch selbst war ein wenig aufgeregt, ich fühlte mich als säße ich auf einem Dutzend Dracheneier, schließlich würde ich gleich Lucius Malfoy gegenüber stehen, dessen Wanted-Plakat seit drei Jahren meine Bürowand ziert. Ich hatte zwar keinen Haftbefehl doch ich hoffte inständig, irgendwelche belastenden Beweise finden zu können, um ihn endgültig nach Askaban zu bringen.

Wir hatten eine stürmische Überfahrt und als wir die Insel Skye erreichten, wurden wir recht pompös empfangen. Einhundert Fackeln, die in der Luft schwebten, zeigten uns den Weg. Gesäumt wurde der Pfad von hohen Hecken, wo hindurch man ab und zu einen weißen Pfau entlang spazieren sah. Als wir das Ende erreichten, standen wir vor einem gigantischen, prachtvollen Eisentor, welches die Pforte zum sagenhaften Schwarzen Turm sein würde.
Meine linke Hand schloss sich fester um meinen Zauberstab, den ich - ganz wie Moody es mir bei gebracht hatte - nicht in meiner Arschtasche mit mir herum trug, sondern fein säuberlich in einer passenden Zauberstabtasche. In meinem Kopf fing es an zu rattern, alle wichtigen Fakten die ich über Malfoy wusste, alle Verteidigungszauber und Angriffszauber riefen sich automatisch ab. Ich bekam kaum mit, dass Prof. Salamander mit mir sprach. Er sagte zu mir, dass das Tor offen sei und hielt dabei die Eisenringe des Tors in seinen Händen. Mein Körper spannte sich augenblicklich an. Mit jedem Schritt in Richtung Eingang schienen sich meine einzelnen Sinne zu schärfen, ich achtete auf jedes Geräusch, jede Bewegung wurde wahr genommen, mein inneres Auge tastete die nähere Umgebung ab und mein Geruchssinn versuchte bekannte oder merkwürdige Gerüche ausfindig zu machen. Ich verfiel in meinen sogenannten „Immer Wachsam!“- Modus, alles in mir drin schien zu rotieren. Das Tor öffnete sich mit einem lauten Knarren, meine Haare im Nacken stellten sich prompt auf.
Mein Blick huschte zu Prof. Salamander, seine Haltung war immer noch locker, Willkommen heißend, nichts schien ihm die Laune zu verderben. Vor uns lag alles im Dunkeln, der Lichtstrahl, der durch die offene Tür herein fiel, reichte nicht aus, um viel vom Raum Preis zu geben. Flink zog ich meinen Zauberstab aus der Tasche und mit einem Wutschen erschien ein kleines Licht am Ende des Stabes. Plötzlich durchlief ein Zucken meinen Körper, ich wusste sofort, was zu tun war -  ohne großartig nachzudenken schwang ich meinen Zauberstab über meinem Kopf, worauf hin sich ein hellblauer Schild um mich herum legte. An dem Schild prallte eine kleine gelbe Kugel ab, die sich daraufhin in dem weiten Raum verlor. Meine Augen suchten die Richtung ab, aus der der Angriff kam. Doch durch die immer noch anhaltende Dunkelheit - ich schätzte mal Instant-Finsternispulver - konnte ich nichts  ausmachen.
Meine Anspannung stieg, ich dachte schon darüber nach, was ich fragen konnte; ein bisschen unhöflich war es ja schon, seine Gäste so zu empfangen. Als ich gerade meinen Mund öffnen wollte, hörte ich Schritte.
Sofort drehte ich meinen Kopf in die Richtung, um vielleicht auch einen Blick erhaschen zu können, als plötzlich an der Wand entlang Kerzen entflammt wurden. Sofort sah ich ihn, er wirkte unverändert: sein Blick wirkte leicht arrogant - schon fast hochnäsig hielt er seinen mir nur allzu gut bekannten Schlangenstab in den Händen. Als mein Blick seinen traf, trat ein Grinsen auf sein Gesicht, langsam fing er an, seinen Stab hin und her zu schwingen, mit einer Ruhe die mich fasst zum überkochen brachte.
Ich dachte nicht dran meine Angriffsposition aufzugeben. Malfoy breitete seine Arme aus und hieß uns recht herzlich willkommen. Genau in diesem Moment viel mir ein, dass ich ja nicht alleine gekommen war, sondern immer noch Prof. Salamander mich begleitete. Aus dem Augenwinkel versuchte ich einen Blick auf ihn zu werfen: er stand immer noch am Tor, es schien als hätte er sich kein Stück bewegt. Mein Blick ruhte wieder auf Malfoy. Nur im Hauch einer Sekunde konnte ich sehen, wie sein Zauberstab, getarnt als Schlangenstab, nach oben gerissen wurde und ein feuerroter Lichtblitz auf mich zu raste. Ich riss meine Augen auf und rollte mich, so schnell wie es mein Körper zulies, zur rechten Seite, um dem Angriff auszuweichen, blitzschnell zückte ich meinen eigenen Zauberstab und richtete ihn auf Malfoy. Ich versuchte ihn erstmal zu entwaffnen, was sich leider als ziemlich blöde Idee erwies, Malfoy war viel zu gerissen und erkannte meine Absicht schon Sekunden vorher.
Eine heftige Schockwelle riss mich vom Boden und ließ mich für ein paar Sekunden hoch in die Luft wirbeln; ehe ich drohte, zu Boden zu stürzen, richtete ich meinen Zauberstab schnell nach unten und ließ selbst eine kleine Schockwelle ab, diese riss mich sanft nach hinten und ließ mir genügend Zeit, um auf dem Boden zu landen. Mein Blick richtete sich wieder auf Lucius Malfoy, der nun in offener Angriffshaltung vor mir stand und mich musterte. Langsam richtete ich mich auf, ohne meine Augen von ihm zu nehmen. Auf einmal veränderte sich seine Haltung, er ließ seinen Zauberstab sinken. Ich richtete mich ebenfalls auf. Ein Grinsen huschte über sein Gesicht und im nächsten Augenblick wusste ich auch wieso. Langsam erschienen aus der Dunkelheit mindestens sechs weitere Leute. Er war in der Überzahl. Mein Herz fing an zu klopfen und mein Hals wurde trocken, mich mit Malfoy zu duellieren ist das eine - doch gegen sechs weitere schwarze Krieger, war definitiv etwas anderes.
Auf Prof. Salamander schien ich mich nicht verlassen zu können: er war fort. Also über eine Gehaltserhöhung brauchte er in den nächsten zwei Jahren nicht mit mir sprechen. Mein Kopf schmerzte von meinen herumwirbelnden Gedanken, wenn ich jetzt wagen würde, die Krieger anzugreifen, wäre ich verloren. Ich hätte einfach keine Chance, doch so einfach raus spazieren kam auch nicht in Frage, da stand mir mein Stolz im Weg. Ich schluckte einmal kräftig und nahm einen tiefen Atemzug. Ich würde den diplomatischen Weg versuchen.
Doch er war schneller. „ Sehr interessant, genauso unüberlegt wie früher, Miss Tonks.“ ich biss meine Zähne zusammen, um nicht auf ihn einzuschimpfen oder noch schlimmer: auf ihn los zu stürzen. „Ich weiß nicht, wovon du sprichst, schließlich habe ich nicht meine Gäste angegriffen.“ - brachte ich zwischen meinen zusammengepressten Zähnen hervor. Mit einem genüsslichen Lächeln wandte er sich an Prof. Salamander „ Abraham, würdest du Miss. Tonks nach draußen begleiten und dafür sorgen, dass sie wieder „sicher“ nach Hause kommt.“ Prof. Salamander nickte kurz und mit einer leichten Verbeugung schien er sich zu verabschieden.
Ich drehte mich wieder zu Malfoy und funkelte ihn böse an: „Eines Tages werde ich...“ doch weiter kam ich nicht, weil er mich unterbrach. „Bis bald, Miss Tonks. Und viel Glück in Ihrem neuen Amt.“ grinste er mir zu. Ohne ihn noch eines Blickes zu würdigen rauschte ich an Prof. Salamander vorbei und raus an die frische Luft.


Jaja, so war das. Leider habe ich nicht mehr vom Schwarzem Turm mitbekommen, ich war so wütend, dass ich meine Umgebung kaum wahrgenommen habe. Prof. Salamander hat angeblich mehr zu sehen bekommen, wollte mir aber auf der Rückfahrt nichts genaues erzählen.
Ich weiß nur eins: da waren noch mehr auf der Insel, und nicht nur Zauberer - das habe ich deutlich gespürt.
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