Ich denke, reine Objektivität ist nie möglich - ist man doch selbst immer durch einen kleinen Prozentsatz subjektiv geleitet in Gedanken, Sichten und Erfahrungen ob nun bewusst oder unbewusst. Davon kann man sich, so denke ich, nie ganz befreien - sofern man es überhaupt erkennt!
Sicherlich gibt es den einen oder anderen, der behauptet objektiv zu sein, doch schon da, finde ich, ist es eine Unwahrheit, verläumdet er doch sein eigenes Subjektsein und damit die Unmöglichkeit des objektiven Erfassens von was auch immer bzw. in diesem Thema die Wahrheit.
Die Frage die sich da mir auch stellt ist: Woher weiss man selbst, dass man die vollkommene objektive Wahrheit sagt? Insbesondere bei den Gefühlen verhält es sich doch so, dass man diese meiner Erfahrung nach erst sehr spät erkennt - meist wenn alles vorbei ist. Erst dann wird man sich zu 100% bewusst, was man gefühlt hat. War es doch auch, so denke ich, in diesem Moment des Fühlens gar nicht möglich, das objektiv zu erkennen, steckte man doch mitten drin.
Damit kommt auch die Frage auf, ob man jemals selbst zu sich ehrlich bzw. wahr sprechen kann, da man doch eigentlich alles aus sich heraus, mit sich erfasst - also subjektiv erfasst und verarbeitet!
Das ist wie bei einer Betrachtung eines beliebigen Bildes; Objektiv ist das gar nicht möglich weil in Sekundenschnelle das Gesehene verarbeitet wird. Es ruft Gedanken und Gefühle hervor, es wird mit bisher Gesehenem verglichen und und und. Alles unterbewusst!